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Vereinsfusion in greifbarer Nähe

09.05.2011 21:45
Frank Harnack
In ihrem Bestreben um die Fusion zum größten Sportverein Sachsen-Anhalts haben sowohl der SV Halle als auch der USV Halle wichtige Etappenziele erreicht. Die Vereinspräsidenten Christoph Bergner und Andreas Silbersack fassen den aktuellen Stand der Bemühungen zur Fusion in einem gemeinsamen Doppel-Interview zusammen.
1. Sowohl SV Halle als auch USV Halle haben auf ihren jeweiligen Jahreshauptversammlungen positive Bilanzen ziehen können. Gerade der USV hat nachgewiesen, sein Finanzproblem - das größte Hindernis auf dem Weg zur Fusion - gelöst zu haben. Somit dürfte doch einem Zusammengehen beider Vereine nichts mehr im Wege stehen? Bergner: Wir freuen uns über die erfolgreiche Konsolidierung der Vereinsfinanzen des USV. Das ermöglicht die von beiden Seiten angestrebte „Fusion auf gleicher Augenhöhe Die Zahlen beider Vereine werden einer unabhängigen Prüfung unterzogen. Wir wollen die positive Entwicklung noch mit den Jahresabschlüssen 2011 bestätigen. Wenn da alles in Ordnung ist steht dem Zusammengehen in 2012 nicht mehr im Wege. Silbersack: Der USV hat auf der Delegiertenversammlung eine sehr positive Bilanz sowohl in der Abrechnung des Jahreshaushaltes 2010 als auch in der Summe der Aktivitäten des Sportbetriebes der einzelnen Sektionen und Geschäftsstelle gezogen. Darauf sind wie sehr stolz. Wir haben in den letzten zwei Jahren neben der Konsolidierung des Vereins auch straff an der Vorbereitung der Fusion gearbeitet. Diese ist nun in greifbare Nähe gerückt. 2. Haben Sie sich bereits auf eine exakte zeitliche Schiene zur Fusion verständigt und ein genaues Datum festgelegt? Bergner: Wenn die oben genannten Voraussetzen erfüllt sind, können im Frühjahr 2012 die Delegiertenversammlungen stattfinden, die über den rückwirkenden Fusionsbeschluss zum 1.1.2012 befinden. 3. Der Fusionsprozess dauert mittlerweile mehr als zwei Jahre. Kann man jetzt sagen, was länger währt, wird richtig gut? Bergner: Ja, das Sprichwort hat auch hier seine Gültigkeit. Die gründliche Vorbereitung erspart uns allen, vor allem unseren Mitgliedern, nachträglich unerwartete Probleme und ermöglich sofortige Leistungsfähigkeit in neuen Strukturen. Silbersack: Schnellschüsse sind nicht unsere Art. In dieser Zeit lernten sich die beiden Vereine gut kennen. Für die zunehmende Kooperation im Sinne der Fusion gibt es viele praktische Beispiele. So arbeiten die Vertreter von Volleyball, Basketball, Leichtathletik und der Geschäftsstellen intensiv zusammen. Aber auch Sektionen, die kein Pendant im anderen Verein haben, setzen sich aktiv mit der Zukunft auseinander. 4. Welchen Namen könnte denn der neue Verein Ihrer Meinung nach tragen? Silbersack: Der endgültige Name ist noch nicht bestimmt worden. Es gab eine umfangreiche Umfrage in den Vereinen. Darauf hin liegen mehrere Namensvorschläge vor, die nun durch ein Fachgremium geprüft werden. Insofern ist der gemeinsame Vereinsname noch eine Überraschung. 5. Wird die Fusion umso wichtiger, da sich die finanziellen Rahmenbedingungen für den Sport in Halle zuletzt dramatisch verschlechterten? Bergner: Ja, gerade unter diesen Gesichtspunkten hat die Bündelung der Kräfte eine zunehmende Bedeutung. Silbersack: Es geht um die Finanzierung des Sports generell. Der Gesamtverein hat im Wesentlichen drei Ziele: 1. Erhöhung des Servicegrades für die Mitglieder, damit diese entspannt Ihren Sport betreiben können. 2. Sicherung der dafür notwendigen finanziellen Basis über machbare Finanzierungsmodelle und Vereinseigentum, um möglichst unabhängig agieren zu können. 3. Dafür sind entsprechend große Mitgliederzahlen nötig, um auch sportpolitisch wirkungsvoll mitreden zu können. 6. Fühlen Sie sich als Vereinspräsidenten von der Stadt im Stich gelassen, da sich die Stadt aus der Sportförderung nahezu komplett verabschied hat? Bergner: Dieses Schicksal teilen wir mit vielen anderen Vereinsvorständen in Halle. Wir werden deshalb nicht resignieren. Unsere Bemühungen um einen effizienten Großverein durch Fusion von SV Halle und USV sind Teil unseres Kampfes um angemessene Rahmenbedingungen für den Sport in unserer Stadt. Silbersack: Nein, wichtiger ist es, den Focus auf eine transparente Öffentlichkeitsarbeit zu legen. Mit einer besseren Wahrnehmung kann eine