"7 Fragen für den Sport" mit Kerstin Godenrath (CDU)

 

Kerstin Godenrath ist Landtagsabgeordnete, Mitglied des Ausschusses für Inneres und Sport und Landtagskandidat der Partei "CDU". 
Im Interview spricht sie über die geplante Sportpolitik ihrer Partei auf Landesebene, u.a. in den Bereichen Sportförderung, Ehrenamt oder Leistungssport.

Frau mit langen Haaren im Blazer; Text "Kerstin Godenrath (CDU) - Interview zur Landtagswahl 2026"

Im Vorfeld der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt hat der Stadtsportbund Halle e.V. die derzeit im Landtag vertretenen Parteien zu zentralen sportpolitischen Themen befragt. Grundlage der Fragen waren wesentliche Forderungen des Landessportbundes Sachsen-Anhalt zur Landtagswahl 2026.
 

Die Parteien wurden gebeten, die Fragen möglichst durch eine Kandidatin oder einen Kandidaten mit Bezug zur Stadt Halle (Saale) beantworten zu lassen. Die eingegangenen Antworten werden unverändert veröffentlicht und redaktionell lediglich hinsichtlich Layout und Darstellung aufbereitet.
 

Alle vollständigen Interviews findet ihr auf unserer Website unter www.sportinhalle.de/landtagswahl2026.


Hinweis: Die Reihenfolge der veröffentlichten Interviews richtet sich nach dem Eingang der Antworten und stellt
keine politische Wertung dar.

Einstiegsfrage:

Welche persönlichen Erfahrungen und Berührungspunkte haben Sie mit dem Sport (Hobby, Leistungssport, ehrenamtliches Engagement, …)? 

Godenrath: „Beruflich bin ich mit dem Sport eng verbunden – seit 2021 arbeite ich als Landtagsabgeordnete im Ausschuss für Inneres und Sport mit. Der regelmäßige Austausch mit den Vereinen, Verbänden und weiteren Akteuren des Sports war und ist mir wichtig. Im Ehrenamt bin ich als Präsidentin der Halleschen Leichtathletikfreunde aktiv und auch privat treibe ich sehr gern Sport – Radfahren, Walken, Schwimmen und auch Hula-Hoop.“

 

1. Sportförderung 

Der organisierte Sport in Sachsen-Anhalt fordert verlässliche Rahmenbedingungen und weniger Bürokratie. 

Mit welchen Maßnahmen möchten Sie den Sport strukturell stärken, Förderverfahren vereinfachen und die Finanzierung des organisierten Sports langfristig verlässlich ausgestalten?

Godenrath: „Durch die Digitalisierung und Straffung von Förderverfahren wird deren Durchführung merklich beschleunigt werden. Um in Halle insbesondere die Sportstättensanierung sinnvoll voranzutreiben, bedeutet dies: Bestandsaufnahme und Prioritätensetzung. Dies geht nur in Abstimmung mit Kommune, SSB und Betreibern – hier ist mir der direkte Austausch wichtig, damit die vorhandenen Mittel sinnvoll eingesetzt werden können. Ich werde mich außerdem dafür einsetzen, dass auch meine Heimatstadt von der „Sportmilliarde“ des Bundes profitiert.“

 

2. Sportstätten & Bäder 

Viele Sportstätten und Bäder sind sanierungsbedürftig, Förderverfahren dauern oft zu lange. 

Welche konkreten Maßnahmen wollen Sie ergreifen, um Sportstätten und Bäder bedarfsgerecht zu sanieren, auszubauen und die Förderverfahren für Vereine und Kommunen spürbar zu beschleunigen? 

Godenrath: „Die Sportstättenförderung wird fortgesetzt. Auch ist es wichtig, dass es für die Entwicklung der sportlich aktiven Kinder und Jugendlichen genügend Trainer und Übungsleiter gibt. Die Anhebung der Übungsleiter- und Ehrenamtspauschale soll ein Baustein sein – dafür wollen wir uns beim Bund einsetzen. Förderverfahren werden entschlackt, vereinfacht und vereinheitlicht. Dafür ist es wichtig, die aktuelle Förderpraxis zu analysieren und zu schauen, welche Prozesse, Formulare und Nachweise erforderlich oder überholt sind. Digitale Lösungen müssen der Anspruch sein. Ich werde weiterhin mit SSB, LSB, Vereinen das direkte Gespräch suchen, um Schwachstellen und Optimierungsbedarfe zu identifizieren.“

 

3. Ehrenamt 

Das Ehrenamt ist das Rückgrat des Sports, steht aber zunehmend unter Druck. 

Was wollen Sie tun, um das Ehrenamt im Sport wirksam zu entlasten, attraktiver zu machen und stärker anzuerkennen? 

Godenrath: „Ehrenamtlich Engagierte müssen von zu viel Bürokratie und Formalien entlastet werden. Neue Gesetze werden künftig einem „Ehrenamts-Check“ unterzogen. Durch neue Freistellungsregelungen unterstützen wir Aus- und Fortbildung im Ehrenamt. Auch auf kommunaler Ebene wird weiterhin die öffentliche Anerkennung und Auszeichnung des Ehrenamtes gestärkt werden.“

 

4. Kinder-, Jugend- und Gesundheitssport 

Sportvereine leisten zentrale Beiträge für Bewegung, Bildung und Gesundheit aller Bevölkerungsgruppen. Sie leisten lokale Kinder- und Jugendarbeit und vor allem vor dem Hintergrund des demografischen Wandels einen wesentlichen Beitrag zur physischen und psychischen Gesundheit ihrer Mitglieder, indem sie regelmäßige Bewegung, soziale Kontakte und strukturierte Angebote unter qualifizierter Anleitung ermöglichen. 

Werden Sie sich dafür einsetzen, den Sport mit seinem nachweislichen Nutzen für die Gesellschaft als kommunale Pflichtaufgabe zu etablieren?

Godenrath: „Die Arbeit der Sportvereine ist unverzichtbar und verdient allerhöchste Anerkennung. Die Etablierung als kommunale Pflichtaufgabe würde die Kommunen einerseits vor enorme Herausforderungen stellen. Zudem wäre es äußerst kompliziert festzulegen, anhand welcher Indikatoren die Definition einer „Pflichtaufgabe Sport“ erfolgen sollte. Daher ist es uns wichtig, als Land unser Möglichstes zu tun, die Sportlandschaft zu fördern und zu unterstützen und die Kommunen anzuhalten, die Priorisierung des Sports voranzutreiben.“

 

5. Leistungssport 

Die Erfolge der Athletinnen und Athleten aus Sachsen-Anhalt bei den vergangenen Olympischen Spielen haben eindrucksvoll gezeigt, welches Potenzial im Leistungssport unseres Landes steckt und welche Bedeutung leistungsfähige Strukturen vor Ort haben. 

Wie möchten Sie die infrastrukturellen, finanziellen und personellen Rahmenbedingungen an den Standorten des Spitzen- und Leistungssports weiterentwickeln, um den heutigen Anforderungen des Leistungssports gerecht zu werden? 

Godenrath: „Der Leistungssport in Sachsen-Anhalt – und damit auch in Halle – wird künftig weiterhin Unterstützung erfahren. Dies beinhaltet die Finanzierung der Landessportschule, der Eliteschulen des Sports und des Olympiastützpunkts sowie die Investition in das Nationale Schwimmzentrum.“

 

6. Ihr Thema 

Jede Partei setzt eigene Schwerpunkte. 

Welches sportpolitische Thema ist Ihnen bzw. Ihrer Partei besonders wichtig, das bisher nicht ausreichend angesprochen wurde – und warum? 

Godenrath: „Sport ist mehr als nur Aktivität – er verbindet, bringt Menschen zusammen, fördert Teamgeist und Integration. Daher muss Sport als gesellschaftliche Aufgabe verstanden und gefördert werden. Mir ist es wichtig, dass alle Akteure des Sports miteinander im Gespräch bleiben – das Hinweise, Anregungen und Kritik direkt kommuniziert werden. Als Politiker sehe ich es als meine Aufgabe an, zuzuhören, die vorgebrachten Themen ernst zu nehmen und sie in der praktischen Arbeit umzusetzen.“

 

7. Drei schnelle Fragen 

Bitte vollenden Sie die folgenden Sätze (bitte nur einen Satz)! 

1. Wir treten ein für ein (überarbeitetes) bundesweites Sportfördergesetz, das… 

Godenrath: „... sich an den Bedarfen und Realitäten des Sports orientiert.“

2. Die Potenziale des Sports als treibende Kraft für Integration, Inklusion und Teilhabe unterstützen wir durch… 

Godenrath: „... das Bekenntnis zum Sport für Jedermann inklusive aller Maßnahmen, um die Sportlandschaft zu stärken!“

3. Digitalisierung im Sport bedeutet für uns…

Godenrath: „... eine Selbstverständlichkeit zur Gestaltung einer modernen Sportlandschaft!“