"7 Fragen für den Sport" mit Stephan Scherf (SPD)
Im Vorfeld der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt hat der Stadtsportbund Halle e.V. die derzeit im Landtag vertretenen Parteien zu zentralen sportpolitischen Themen befragt. Grundlage der Fragen waren wesentliche Forderungen des Landessportbundes Sachsen-Anhalt zur Landtagswahl 2026.
Die Parteien wurden gebeten, die Fragen möglichst durch eine Kandidatin oder einen Kandidaten mit Bezug zur Stadt Halle (Saale) beantworten zu lassen. Die eingegangenen Antworten werden unverändert veröffentlicht und redaktionell lediglich hinsichtlich Layout und Darstellung aufbereitet.
Alle vollständigen Interviews findet ihr auf unserer Website unter www.sportinhalle.de/landtagswahl2026.
Hinweis: Die Reihenfolge der veröffentlichten Interviews richtet sich nach dem Eingang der Antworten und stellt
keine politische Wertung dar.
Einstiegsfrage:
Welche persönlichen Erfahrungen und Berührungspunkte haben Sie mit dem Sport (Hobby, Leistungssport, ehrenamtliches Engagement, …)?
Scherf: „Ich bin vom Amateursport im Handball und Basketball zu einem sportbegeisterten Fan und Beobachter des Halleschen Sports geworden. Und natürlich auch zum aktiven Hobby-Sportler. Als Mitglied im Sportausschuss als sachkundiger Einwohner liegt mir Sport ehrenamtlich sehr am Herzen.“
1. Sportförderung
Der organisierte Sport in Sachsen-Anhalt fordert verlässliche Rahmenbedingungen und weniger Bürokratie.
Mit welchen Maßnahmen möchten Sie den Sport strukturell stärken, Förderverfahren vereinfachen und die Finanzierung des organisierten Sports langfristig verlässlich ausgestalten?
Scherf: „Die allgemeine Antwort muss lauten: auskömmliche kommunale Finanzierung! Nicht zu lange Bewilligungsverfahren oder Planverfahren bremsen den Sanierungs-Ausbau. Es sind fehlende finanzielle Mittel, die ausbremsen.“
2. Sportstätten & Bäder
Viele Sportstätten und Bäder sind sanierungsbedürftig, Förderverfahren dauern oft zu lange.
Welche konkreten Maßnahmen wollen Sie ergreifen, um Sportstätten und Bäder bedarfsgerecht zu sanieren, auszubauen und die Förderverfahren für Vereine und Kommunen spürbar zu beschleunigen?
Scherf: „Die Struktur des Stadtsportbundes und des Landessportbundes ist essenziell für die Förderung von organisiertem Sport. Genau diese Schnittstelle ist der Garant für langfristigen Erfolg im organisierten Sport. Eine verlässliche Struktur, auskömmliche Finanzen und auf die Zukunft ausgerichtete Sportentwicklungskonzepte, die die Teilhabe aller in der Gesellschaft mittragen.“
3. Ehrenamt
Das Ehrenamt ist das Rückgrat des Sports, steht aber zunehmend unter Druck.
Was wollen Sie tun, um das Ehrenamt im Sport wirksam zu entlasten, attraktiver zu machen und stärker anzuerkennen?
Scherf: „Ehrenamt in der Gesellschaft ist der Kern unserer Demokratie. Ich fordere daher ein klares Bekenntnis zum Ehrenamt. Im Sport ist das Ehrenamt nicht wegzudenken. Pauschalen müssen angehoben, Weiterbildungen und Schulungen müssen viel stärker gefördert und viel stärker finanziert werden. Bildung im sportlichen Ehrenamt darf keine Frage von Geld sein. Und über einen Ausgleich ehrenamtlicher Tätigkeiten muss gesprochen werden. Rentenpunkte oder Anteile von Rentenpunkten für langjährige ehrenamtliche Tätigkeit sind denkbar.“
4. Kinder-, Jugend- und Gesundheitssport
Sportvereine leisten zentrale Beiträge für Bewegung, Bildung und Gesundheit aller Bevölkerungsgruppen. Sie leisten lokale Kinder- und Jugendarbeit und vor allem vor dem Hintergrund des demografischen Wandels einen wesentlichen Beitrag zur physischen und psychischen Gesundheit ihrer Mitglieder, indem sie regelmäßige Bewegung, soziale Kontakte und strukturierte Angebote unter qualifizierter Anleitung ermöglichen.
Werden Sie sich dafür einsetzen, den Sport mit seinem nachweislichen Nutzen für die Gesellschaft als kommunale Pflichtaufgabe zu etablieren?
Scherf: „Ganz klares JA!“
5. Leistungssport
Die Erfolge der Athletinnen und Athleten aus Sachsen-Anhalt bei den vergangenen Olympischen Spielen haben eindrucksvoll gezeigt, welches Potenzial im Leistungssport unseres Landes steckt und welche Bedeutung leistungsfähige Strukturen vor Ort haben.
Wie möchten Sie die infrastrukturellen, finanziellen und personellen Rahmenbedingungen an den Standorten des Spitzen- und Leistungssports weiterentwickeln, um den heutigen Anforderungen des Leistungssports gerecht zu werden?
Scherf: „Ein gut aufgestellter Breitensport ist die Basis von sehr gutem Leistungssport. Trainings- und Trainerstrukturen müssen auf allen Ebenen des Breitensports gestärkt und attraktiver gestaltet werden. Nur so kann Spitzensport erfolgreich betrieben werden. Die Stützpunktentscheidungen müssen an den Sportentwicklungskonzepten ausgerichtet werden bzw. müssen Einfluss auf die Sportentwicklungskonzepte haben!“
6. Ihr Thema
Jede Partei setzt eigene Schwerpunkte.
Welches sportpolitische Thema ist Ihnen bzw. Ihrer Partei besonders wichtig, das bisher nicht ausreichend angesprochen wurde – und warum?
Scherf: „Breitensport darf keine Frage der finanziellen Situation sein. Sport ist Bildung und Prävention zugleich. Erfolgreich in Sport und Bildung zu investieren bedeutet gesamtgesellschaftlich, Kosten für Folgemaßnahmen wie Strafverfolgung einzusparen.“
7. Drei schnelle Fragen
Bitte vollenden Sie die folgenden Sätze (bitte nur einen Satz)!
1. Wir treten ein für ein (überarbeitetes) bundesweites Sportfördergesetz, das…
Scherf: „… Bund, Länder und Kommunen gemeinsam in die Verantwortung nimmt, eine verlässliche und transparente Förderung garantiert und den Breitensport als Fundament gesellschaftlichen Zusammenhalts stärkt.“
2. Die Potenziale des Sports als treibende Kraft für Integration, Inklusion und Teilhabe unterstützen wir durch…
Scherf: „… den Erhalt und Ausbau wohnortnaher Sportangebote, die finanzielle Stärkung der Vereine und konsequente Barrierefreiheit, damit Teilhabe nicht am Geldbeutel oder an baulichen Hürden scheitert.“
3. Digitalisierung im Sport bedeutet für uns…
Scherf: „… verlässliche Strukturen statt Insellösungen. Wir setzen uns für einheitliche, datensichere und einfach nutzbare digitale Werkzeuge ein, die kleine wie große Vereine gleichermaßen unterstützen.“