Finals 2026: Sechs Medaillen für Halle
Nationaler Leistungsvergleich mit Olympia-Charme: Vom 23. bis 26. Juli 2026 war Hannover das Zentrum des deutschen Spitzensports. Bei den Finals 2026 wurden in 24 Sportarten die Deutschen Meisterschaften ausgetragen - zentral und an einem Wochenende.
Fünf Athletinnen bzw. Athleten aus Halle konnte sich dabei über insgesamt sechs Medaillen für die Saalestadt freuen:
Hallesches Para Kanu-Finale in Hannover bei Finals
Vor begeistertem Publikum bei den Finals auf dem Maschsee in Hannover lieferten sich die halleschen Para Kanu-Aktiven Anja Adler (SV Halle) und Ivo Kilian (Hallescher KC 54) ein packendes Finalrennen im Kajak-Parallelsprint über 160 Meter. Die Goldmedaille ging an Adler, Silber an Kilian.
Mit vier Handicap-Sekunden Vorsprung ins Rennen gegangen, legte Anja Adler Paddelschlag für Paddelschlag zu. So sehr Ivo Kilian auch kämpfte und ein Stück herankam, den Sieg ließ sich Adler nicht nehmen und überquerte mit mehr als fünf Sekunden Vorsprung die Ziellinie.
„Ivo und ich waren lange Zeit Trainingspartner, doch wir sind heute tatsächlich das erste Mal gegeneinander gefahren. Dass das jemals passieren würde, hätten wir nicht gedacht. Das war cool und schon etwas Besonderes“, kommentierte Adler. Weiter führte sie aus: „Finals-Gold habe ich das letzte Mal 2021 gewonnen, es folgte fünfmal Silber. Deshalb ist mit dieser Goldmedaille wieder ein kleiner Traum wahr geworden. Und so ein Publikum wie bei den Finals erleben wir nicht einmal zu Weltmeisterschaften. So gefeiert, so angefeuert zu werden, macht richtig Spaß und auch ein bisschen stolz.“
Neben Gold und Silber im Kajak wird die Medaillenbilanz der halleschen Para Kanut:innen durch eine Bronzemedaille von Anja Adler und eine Goldmedaille von Vereinskamerad Maik Polte (SV Halle) im Ausleger Váa ergänzt.
Auf internationaler Ebene waren die Finals in Richtung WM Ende August in PoznaĆ für Adler nochmal ein spezielles, gutes Training. Jetzt folgt direkt ein Trainingslager in Kienbaum für den letzten Schliff.
Finals Hannover, 25.07.2026, Para Kanu Parallelsprint-K1-Mixed, Siegerehrung (v. l.): Ivo Kilian – Silber (Hallescher KC), Anja Adler (SV Halle) – Gold, Dennis Braun – Bronze (ESV Lok Cottbus), Frieda Bartels – Platz vier (HKC Hannover)
Craft in Topform richtet Blick auf EM
Shanice Craft (SV Halle) gewann den Diskuswurf der Frauen mit 66,18 Metern im fünften Versuch. Nach 2014 und 2018 konnte sie sich somit zum dritten Mal den Deutschen Meister-Titel sichern. Zugleich bedeutete das Ergebnis eine neue Saisonbestleistung für Craft, ganze 15 cm packte sie noch einmal drauf.
Dass es so gut laufen würde, überraschte die 33-Jährige selbst. Denn immerhin hatte sie vor einer Woche den Wettkampf beim Diamond-League-Meeting in London (Großbritannien) mit Adduktorenproblemen nach dem ersten Wurf beenden müssen und seither die Scheibe nicht mehr in die Hand genommen. Am Samstag zeigte sich, dass sich der Körper der Hallenserin wieder gut erholt hat und sie auf hohem Niveau mithalten kann. "Es war alles gut, die Therapeuten haben hervorragende Arbeit geleistet", betonte sie. (Absatz vgl. Website von Leichtahletik.de)
Mit dem Sieg sicherte sich Shanice Craft auch das Ticket für die Europameisterschaften in Birmingham (Großbritannien; 10. bis 16. August 2026).
Bronze für Turner Dunkel
Nils Dunkel (SV Halle) holte im Gerätturnen Bronze am Sprung. In der Qualifikation noch auf Platz vier mit 12.634 Punkten, konnte er sich im Finale auf 12.800 Punkte steigern.
Dunkel trat in Hannover nur im Bodenturnen, an den Ringen und am Sprung an. Seine Paradedisziplinen Pauschepferd und Barren ließ er aus.