Para Kanu Marathon-EM: Adler mit Doppelgold

Erfolge | BSSA | 29.06.2026

Mit komfortablem Vorsprung von mehr als anderthalb Minuten wurde Anja Adler (SV Halle)  im rumänischen Pitesti Europameisterin im Para Kanu-Marathon im Kajak und erkämpfte sie auch im Váa (VL3) den Titel. Damit kürte sie sich in Rumänien zur Doppeleuropameisterin 2026.

Maik Polte (SV Halle) darf sich zudem über seine erste internationale Medaille freuen.

Frau im Rollstuhl in rotem Trikot mit Medaille um Hals vor Kanal
Bernd Leek

Anja Adler (SV Halle) – Doppel-Europameisterin Marathon Para Kanu (KL2 und VL3) 2026

Gold für Adler im Váa (VL3)

 

Bei den ersten offiziellen Marathon-Europameisterschaften im Kanu und Para Kanu erkämpfte Anja Adler (SV Halle) gestern auch im Váa (VL3) den Titel und kürte sich damit in Rumänien zur Doppeleuropameisterin 2026.

 

Erstes Gold in dieser Bootsklasse

„Ich bin noch immer sprachlos. Nach Pitesti, fuhr ich, um einfach gute Rennen zu liefern und komme mit zweimal Gold zurück. Es ist unglaublich, noch nie habe ich im Váa Gold geholt und nun sogar über diese 8,2 Kilometer“, waren die ersten Emotionen der Athletin.

 

Souveräner Vorsprung trotz Hitze

Einen kleinen Plan hatte sich Adler zurechtgelegt. Doch so souverän, mit 3,3 Minuten Vorsprung, das Feld auf Distanz zu halten, hatte die erfahrende Athletin nicht für möglich gehalten.
Aufgrund ihrer Sprinterfahrung kam sie am Start als Erste gut weg, konnte direkt die Führung übernehmen und ihr Vorsprung wuchs von Runde zu Runde, wie bereits im Kajak-Rennen zwei Tage zuvor. Tempo rauszunehmen kam für Adler nicht in Frage, es lief einfach.
„Das Rennen war allerdings mega-anstrengend, auch hier ist es extrem heiß. Zum Glück hatte ich meinen Trinkrucksack dabei und habe mindestens einen Liter Wasser in dieser knappen Stunde Wettkampf getrunken“, sagte die Hallenserin.

 

Kurzer Schreckmoment

An der letzten Wende gab es noch etwas Trouble. Die gleichzeitig auf dem Wasser fahrenden Kajak-Männer gingen die Wende robust an und fuhren Adler ins Paddel, der Ausleger des Bootes kam hoch und ihr Puls stiegt gefühlt auf 200. Doch glücklicherweise blieb das Ganze ohne Konsequenzen.
So wurden die letzten 500 Meter wieder zum Genuss und sie freute sich riesig über EM-Doppelgold.

 

Positiv gestimmt mit Blick nach vorn

„Das sind so Sachen, von denen träumt man und glaubt nicht, dass sie jemals in Erfüllung gehen. Jetzt sitze ich hier mit diesen zwei coolen Medaillen um den Hals, einem breiten Grinsen im Gesicht und ‘nen Eiskaffee in der Hand“, freute sich Adler.

Bevor am Sonntag der Flieger nach Hause geht absolvieren die deutschen Aktiven noch ein paar Trainingseinheiten in Vorbereitung auf den Weltcup in Montreal (9. bis 12. Juli).

Frau im Rollstuhl und Mann jeweils in Trikots und mit Medaille, posieren mit weiterer Frau für Foto.
Wiebke Pontzen

Anja Adler (SV Halle) – Europameisterin Marathon Para Kanu (KL2) 2026 mit Trainerin Ognyana Dusheva und Bronzemedaillengewinner Maik Polte (hinten v. r.)

Erfolge für Adler und Polte im Kajak

 

Seit der WM im letzten Jahr in Ungarn hat sie das Marathonfieber gepackt. Aus dem Ausdauersport als ehemalige Geherin kommend, freute sie sich sehr auf das Kajak-Rennen.
 

Trainingslager mit Anspruch

Die Zeit in Rumänien ist zwar vornehmlich als Trainingslager vor dem Weltcup in Kanada angelegt doch Adler sagte: „Als amtierende Weltmeisterin sind Erwartung und Wünsche da, somit auch eine gewisse Aufregung vor dem Start.“ Zur ersten Wende lag die 38-Jährige in Führung, die sie stetig ausbaute und so ihre Siegambitionen zeigte.


Distanz für Adler kein Problem

Die Strecke ging nicht wie im vergangenen Jahr über sechs, sondern über 8,2 Kilometer, kein Problem für Adler, die im Training sehr oft zehn und zwölf Kilometer fährt. So kam ihr die längere Distanz eher entgegen und sie fand zu einem sehr gutem Streckenschlag.

„Als ich zur letzten Wende meinen Vorsprung sah, waren die letzten 1.000 Meter nur noch Genuss, es war unglaublich schön und ein weiterer kleiner Traum ging in Erfüllung“, beschreibt die Hallenserin ihr Rennen.

Auf Rang zwei und drei platzierten sich die Spanierin Carlota Blanca und die Französin Agnes Legroux. Am Freitag startet Adler nochmals auf der langen Strecke, dann im Váa (VL3).


Erste internationale Medaille für Polte

Sehr schön ist, dass Mannschaftskamerad Maik Polte (Váa, VL3) seine erste internationale Medaille holte. Er fuhr hinter dem Italiener Mirko Nicoli und dem Spanier Javier Reja zu Bronze. Groß war darüber natürlich auch die Freude bei der gemeinsamen Trainerin Ognyana Dusheva.

Sehr viel Unterstützung vor Ort leistete die Cottbusser Crew für die startenden Para Kanuten. Für ihr Team startend belegte die Hallenserin Johanna Pflügner Platz vier im KL2.


Voller Plan für Adler

Für Adler geht es nach einer kurzen Atempause gleich weiter zum Weltcup nach Montreal (Kanada) vom 9. bis 12. Juli und den Finals in Hannover vom 23. bis 27. Juli.