Rückblick: Kommunen am Limit – Aktionstag
Der Stadtsportbund Halle e.V. hat den bundesweiten Aktionstag „Kommunen am Limit“ am 22. Juni 2026 unterstützt.
Die Eingangstür zum Haus des Sports wurde stellvertretend für die Sportvereine in Halle am 22.06. um 5 vor 12 versperrt.
Rückblick: SSB Halle machte mit!
Wir haben nicht nur euch dazu aufgerufen, euch an den Aktionen der Stadt zum Aktionstag "Kommunen am Limit" zu beteiligen. Wir haben uns natürlich selbst beteiligt - mit einer versperrten Tür zum Haus des Sports und einer Ansprache auf dem Marktplatz.
SSB-Geschäftsführer Carsten Voigt kritisierte in seiner Rede, dass durch die unzureichende Finanzausstattung der Kommunen freiweillige Leistungen der Stadt zunhemend mit Kürzungen von Förderungen leben müssen. Gerade der Sport sei dabei nicht irgendein Freizeitangebot, sondern leiste einen Beitrag zu Gesundheit, Bildung, Inklsuion und Integration und das, obwohl er überwiegend von ehrenamtlichen Strukturen getragen wird.
Voigt warnte vor einer zunehmenden Überlastung des Ehrenamtes und forderte Bund und Land zum Handeln auf.
Einen Zusammenschnitt der Ansprache unseres Geschäftsführers Carsten Voigt seht ihr hier:
"Wer gesellschaftlichen Zusammenhalt will, muss Kultur, Sport und auch Ehrenamt fördern." - C. Voigt bei "Kommunen am Limit"
Stadt Halle bittet um Unterstützung des Aktionstags "Kommunen am Limit"
Unterfinanzierte Kommunen – ein deutschlandweites Problem
Städte, Gemeinden und Landkreise stehen vor massiv wachsenden Ausgaben, ohne dass Länder und Bund für eine auskömmliche Finanzausstattung sorgen.
Vor diesem Hintergrund wird es einen vom Deutschen Städte- und Gemeindebund, vom Deutschen Städtetag und vom Deutschen Landkreistag initiierten bundesweiten kommunalen Aktionstag geben. Dieser steht unter dem Motto „Kommunen am Limit" und soll die finanzielle Überlastung der kommunalen Ebene öffentlich sichtbar machen sowie einmal mehr Lösungen von der Bundes- und Landespolitik einfordern.
Aktionen in Halle
Die Stadt Halle (Saale) beteiligt sich an diesem Aktionstag mit zwei Aktionen:
"Laut sein auf dem Marktplatz"
Montag, 22.06.2026
11 Uhr
Marktplatz Halle
Kommt vorbei und erhebt eure Stimme für eine ausreichende Finanzausstattung unserer Stadt und aller deutschen Kommunen.
"5 vor 12 – Einrichtungen schließen"
Montag, 22.06.2026
11.55 Uhr
vor eurem Vereinsheim, eurer Einrichtung usw.
Mitmachende Einrichtungen erhalten von der Stadt ein schwarz-gelbes Absperrband, um die Eingangstür sichtbar zu sperren. Dazu gibt es ein passendes Aktionsplakat. Bitte die Absperrung fotografieren und das Bild auf Instagram und Facebook teilen – und die Stadt markieren (FB: @halle.de, Instagram: @stadt_halle_saale) sowie die Hashtags #kommunenamlimit und #halleamlimit verwenden.
Die Aufrufe der Stadt zu den beiden Aktionen inklusive weiterer Informationen und Kontaktdaten findet ihr anbei als PDF zum Download:
Einschnitte für Sport, Kultur und Jugendarbeit in Halle
In Halle zeigte sich das Problem nicht zuletzt im Frühjahr, als die Stadt Halle dem Landesverwaltungsamt keinen ausgeglichenen Haushalt vorlegen konnte.
Die Folge waren eingefrorene Gelder, die Einrichtungen aus Sport, Kultur und Jugendarbeit in ihrer Existenz gefährdeten.
Im Mai genehmigte das Landesverwaltungsamt zwar den vorgelegten Haushaltsplan der Stadt Halle, doch die Stadt muss einen strikten Sparkurs fahren, der auch die Handlungsmöglichkeiten der Akteure in Kultur, Sport und Jugendarbeit stark einschränkt.
Appell des Stadtsportbundes Halle an die Politik
Wir wissen um die schwierige finanzielle Situation der Kommunen und haben Verständnis dafür, dass Städte und Gemeinden zunehmend an ihre Belastungsgrenzen stoßen. Wenn Bund und Länder den Kommunen immer neue Aufgaben übertragen, ohne diese ausreichend zu finanzieren, schränkt dies die Handlungsspielräume vor Ort dramatisch ein. Die Auswirkungen dieser Entwicklung spürt auch der organisierte Sport in Halle ganz unmittelbar.
Weniger Förderung, mehr Belastung fürs Ehrenamt
Mit der Einführung der Betriebskostenbeteiligung für die Nutzung kommunaler Sportstätten werden viele Vereine erstmals zusätzlich belastet. Gleichzeitig stehen aufgrund der notwendigen Haushaltskonsolidierung zahlreiche Fördermittel nur noch eingeschränkt zur Verfügung. Die pauschale Reduzierung der verfügbaren Haushaltsmittel auf 90 Prozent des ursprünglichen Ansatzes wird sich zwangsläufig auch auf Förderungen auswirken, auf die viele Vereine angewiesen sind.
Damit droht eine Entwicklung, die den Sport in seiner Substanz trifft.
Sportvereine leben vom Ehrenamt. Schon heute wird es zunehmend schwieriger, Vorstandsmitglieder, Übungsleiterinnen und Übungsleiter sowie Schieds- und Kampfrichter zu gewinnen und langfristig zu binden. Zusätzliche finanzielle Belastungen, steigende Bürokratie und sinkende Fördermöglichkeiten erschweren diese Aufgabe weiter.
Effekte des Sports auf andere Lebensbereiche
Die Effekte, die dabei täglich durch den organisierten Sport für unsere Stadt erzielt werden, dürfen nicht ausgeblendet werden.
Mit mehr als 48.000 Mitgliedern in über 180 Sportvereinen erreicht der organisierte Sport fast ein Viertel der halleschen Bevölkerung. Sportvereine fördern Gesundheit, Integration, Inklusion, Bildung und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Sie schaffen Begegnungsorte, vermitteln Werte und entlasten in vielen Bereichen soziale Systeme.
Jeder Euro, der im Sport eingespart wird, spart deshalb nicht automatisch Kosten. Häufig entstehen die Folgekosten an anderer Stelle – in der Gesundheitsförderung, der Kinder- und Jugendarbeit, der Integration oder der sozialen Teilhabe.
Der Sport ist kein freiwilliger Luxus, den man sich nur in guten Zeiten leisten kann. Er ist ein unverzichtbarer Bestandteil einer lebenswerten Stadt.
Das gleiche trifft auch auf die Kultur, Jugendarbeit und generell die soziale Infrastruktur in Halle zu, mit denen wir uns ausdrücklich solidarisieren!
Deshalb unterstützen wir den Appell der Kommunen nach einer besseren finanziellen Ausstattung durch Bund und Länder. Gleichzeitig erwarten wir, dass bei allen notwendigen Konsolidierungsmaßnahmen die Leistungen und die gesellschaftliche Bedeutung des Sports angemessen berücksichtigt werden.
Wer Kommunen stärken will, muss auch ihre Sportvereine stärken.